Die Beckenverwringung und ihre Behandlung in der

Integralen Orthopädie

Die Beckenverwringung (Bv) ist aus Sicht der Integralen Orthopädie die erste und wichtigste Entgleisungsreaktion des Bewegungsapparates auf Stress. Die übermäßige Ausschüttung von Stresshormonen und Cortisol in der Nebenniere und die Regulationsstörung des vegetativen Sonnengeflechts im Oberbauch bringen durch die enge Verflechtung des vegetativem Nervensystems mit dem Fasziensystem den Tonus der beiden zentralen Muskel-Faszienketten des Körpers aus dem Gleichgewicht.

Auswirkungen auf den Bewegungsapparat

Ihr persönliches Stressmuster:
Jeder Mensch hat sein individuelles Stressmuster, in das er bei Überlastung hinein rutscht und bei anhaltendem inneren Stresszustand festhängt. Aber im Hinblick auf die faszialen Spannungen sind wir uns viel ähnlicher als wir ahnen. Wir reagieren alle sehr ähnlich auf Belastung und Entlastung und die meisten Menschen reagieren auf Stress mit einer Verwringung ihres ganzen Körpers nach rechts mit kompensatorischem Gegenschwung des Kopfes nach links.
Gleichzeitig verdreht sich das Becken auch links nach vorne und unten und rechts nach hinten und unten. Denn bei der häufigsten Form der Bv sind meist links die Hüftbeuger verspannt und auf der Gegenseite die Rückenstrecker und Hüftanspreizer oder Adduktoren. Beide zugehörigen Muskel-Faszienzüge entspringen in der Körpermitte und ziehen über das Becken zu den Füßen. Entsprechend sind beide Beine nach rechts verdreht, was zu einer gegenläufigen Ausrichtung der Bein- und Fußgelenke führt.
In Folge der Drehung des Beckens ist auch die gesamte Wirbelsäule bei der o.g. Konstellation mit Hüftbeugerverspannung links und Rückenmuskel- und Hüftanspreizerverspannung rechts typischerweise nach rechts und hinten gedreht, einschließlich des Beckens am re. ISG und der zwölften Rippe und links zumindest faszial nach vorne. Nach Lösung der Faszienspannung möchte aber auch das linke Becken in der Regel nach hinten entlastet werden.
Der oberste Halswirbel dagegen, der Atlas, wird durch die Fortsetzung des rechten Adduktorenzuges über die schrägen Bauchmuskeln nach rechts vorne gezogen und durch die Fortsetzung der zum Teil ebenfalls diagonal laufenden hinteren faszialen Züge nach links hinten gezogen, so dass der linke Querfortsatz prominent hinter der Ohrmuschel zu tasten ist. Deshalb muss vor jeder Atlasbehandlung erst der vordere fasziale Zug am Kopfnicker und dann der hintere fasziale Zug an den Nackenstreckern entlastet werden.
In der Mitte des Beckens vorne ist immer die Schambeinfuge blockiert und beidseits in Verlängerung der Faszienstränge oder myofaszialen Leitbahnen die Fußwurzelgelenke und zwar rechts meist im Sinne einer Drehung des Fußes nach innen und Verschiebung im Sprunggelenk nach hinten und links umgekehrt. Die Entlastung erfolgt jeweils durch Betonung des Musters, wie unsere Patienten dann individuell als Hausaufgabe lernen.
Irritation von Schlüsselgelenken, wie der 12. Rippe, des Atlas oder der Fußwurzelgelenke können aber auch ursächlich der Stress sein, der die Beckenverwringung und alle weiteren Entgleisungen auslöst.

Untersuchungsbefund:

So können Sie an sich selbst oder Ihren Angehörigen testen, ob Sie eine Bv haben, also Ihr Körper im Stressmodus fixiert ist:
Ziehen Sie im Liegen nacheinander beide Knie so weit es geht hoch an die Brust. Der typische Untersuchungsbefund zeigt bei Stress auf der Seite des verkürzten Hüftbeugers ein Anheben des gestreckten Beines, wenn das gegenseitige Knie zur Brust gezogen wird.
Dann stellen Sie im Liegen bei gebeugten Hüften und Knien beide Füße auf und lassen nacheinander beide Knie nach außen fallen. Mit einer Hand halten Sie dabei die gegenseitige Beckenschaufel fest.
Auf der Seite der verkürzten Adduktoren ist die Abspreizung der gebeugten Hüfte vermindert.
Prinzipiell kann aber auch eine gegenseitige oder beidseitige Verspannung der Hüftmuskeln vorliegen. Bei leichterem Stress verkrampfen sich meist nur die Adduktoren rechts.

  • Hüftbeugekontraktur mit Anheben des gestreckten Beines bei starker Beugung der gegenseitigen Hüfte
Hüftbeugekontraktur mit Anheben des gestreckten Beines bei starker Beugung der gegenseitigen Hüfte
Hüftabreizdefizit als Hinweis auf ISG-Blockade

Auswirkungen von Stress

Die funktionelle Beinlängendifferenz, die Fehlstellung und Verspannung des ISG und die korkenzieherartige Verwringung des Rumpfes können Auswirkungen haben auf die Spannung der gesamtem Wirbelsäule und aller von der Wirbelsäule aus nervös versorgten Organe und Regionen.
Die Symptome können reichen von Kopf- und Nackenschmerzen mit Schwindel, Sehstörungen, Tinnitus, Schulter- und Armschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Beklemmungsgefühl im Brustkorb, Ober- oder Unterbauchbeschwerden bis zu akuten und chronischen Rücken-,Becken- und Beinschmerzen.
So gut wie alle Kinder mit Beinlängendifferenzen, Rückenverkrümmungen (Skoliosen) oder Rücken-, Kopf- und Beinschmerzen haben entweder eine Beckenverwringung oder zumindest einseitig dominierende Verspannungen der Rücken- und Hüftmuskeln mit ISG- und Kopfgelenksblockaden.
Während jedoch der gleiche Befund bei Kindern und Jugendlichen auf Grund der Flexibilität des Bewegungsapparats auch schmerzfrei vorliegen kann, haben Erwachsene fast immer dabei belastungsabhängige Rückenschmerzen oder zumindest eine eingeschränkt Belastbarkeit des Rückens.
Der typische Anlaufschmerz morgens oder nach längerem Sitzen verliert sich oft mit einer verbesserten Durchblutung der verkrampften Muskulatur durch Bewegung und Wärme. Der Belastungsschmerz nimmt meist bei Fehlhaltung vor allem langem Sitzen oder häufigem Bücken sowie schwerem Heben zu.

Stress als Ursache:

Aber nicht nur Blockaden von Schlüsselgelenken mit einer oft unbewussten Fehlhaltung können eine Bv auslösen.
Auch mechanischer Stress durch eine akute oder chronische Überlastung des Rückenstreckers, z. B. durch Verheben oder Verkühlen, zu langem Sitzen oder Stehen, unbewusster Stress durch Kieferfehlstellungen oder Zahnspangen oder psychischer Stress kann über die Hypothalamus- Hypophysen- Nebennierenachse zur Bv führen.
Auch energetische oder allergische Belastungen durch Fremdkörper, wie Nabelpiercings oder Ohrringe, sowie vor allem durch Störherde in Narben oder der Mandelregion können eine Bv auslösen.
In solchen Fällen lösen sich die Bv oder ihre Komponenten spontan durch Entfernung der Fremdkörper, Entstörung von Narben oder durch Biss auf zwei Watteröllchen als Hinweis auf Beteiligung des Kiefers im Sinne eines Temporomandibularsyndroms.

Sehr oft liegen mehrere stressinduzierende Störherde vor.
Die Bv verschwindet dann kurz nach jeder einzelnen Entstörung, aber baut sich dann wieder auf, bis eine ausreichende vegetative und fasziale Entspannung erreicht.

Chronische Krankheiten, Fehlernährung oder lange andauernder auch elektromagnetischer Stress können über eine Verschlackung und Übersäuerung der bindegewebigen Grundsubstanz eine hartnäckige Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems bedingen.
Die Bv löst sich dann entweder nicht vollständig oder auch nur kurz auf und eine Behandlung des Grundsystems, z.B. mit Ernährungsumstellung oder einer Veränderung der Arbeits- oder Lebenssituation ist anzustreben.


Behandlung mit Integrationstechniken

1. Nabel-Halsintegration:

Die wichtigste Entspannungsübung bei Stress verbindet eine Entlastung des Fasziensystems über ihren zentralen Aufhängepunkt, den Nabel, mit einer Entlastung des vegetativen Nervensystems über eine Entstörung von Mandeln, bzw. Mandelnarben und Schilddrüse. Dazu schiebt ein Finger den Nabel so sanft wie möglich in die Richtung mit dem geringsten Widerstand und die andere Hand liegt quer unter dem Unterkiefer am Hals.

2. Nabel-Hals-Kieferintegration

Führt diese Technik nur zu einer kurzfristigen Auflösung der Bv
kann durch Biss auf zwei Watteröllchen oder leichtes Schieben des Unterkiefers nacheinander nach beiden Seiten eine ursächliche Mitwirkung des Kiefers auf die Bv festgestellt bzw. ausgeschlossen werden.
Bei Entspannung des Kiefers durch Links- bzw. Rechtsschub kann dieser gleichzeitig mit der ersten Übung durch Schub des Daumens oder Mittelfingers entlastet werden oder auch separat durch Schub des Unterkiefers mit einer Hand in die entlastende Richtung bei gleichzeitiger Nabelentlastung.



  • Nabelintegration 2.Position

3. Nabel-Narbenintegration

Kommt es erneut nach kurzer Zeit zur Bv und Sie haben Narben am Körper, können Sie diese wie folgt untersuchen und behandeln.
Narben können durch ein körperfremdes Schwingungsmuster den Körper auf Dauer irritieren und damit als Stressfaktor wirken. Ob eine Narbe stört oder wieder stört, können Sie über die Beckenverwringung feststellen. In dem Moment, da sie die Narbe komplett mit der Hand oder den Händen abdecken und damit die störende Schwingung der Narbe aufheben, löst sich die Beckenverwringung auf. Diese Narbe müssen Sie dann, wie im Folgenden beschrieben entstören.

Sind Narben vorhanden, werden sie in ihrem ganzen Verlauf nach und nach sehr sanft für einige Minuten vom Patienten oder Therapeuten in die angenehme Richtung, die auch den geringsten Widerstand zeigt, verschoben. Gleichzeitig entspannt der Patient mit einem Finger der Bauchnabel. Die wichtige Dammnarbe wird von der Patientin selbst von außen durch die Kleidung entstört bei gleichzeitiger Nabelentspannung.
Bei besonders stark traumatisierten oder sehr sensiblen Narben wartet die Hand des Behandlers in dem Abstand zum Körper( 20-40 cm), den der Patient noch als angenehm spürt, bis die leichte Spannung zwischen Therapeutenhand und Narbe nachlässt, während gleichzeitig der Nabel entlastet wird. Ist der Nabel als Narbe sehr berührungsempfindlich wird analog mit einer Hand über dem Nabel in dem Abstand den der Patient gerade eben noch fühlen und tolerieren kann gewartet, bis sich die Spannung auflöst und erst anschließend sanft der Nabelrand in die angenehme Richtung verschoben.
Tiefe Narben, wie z.B. die Längsnarbe im Bauchfell nach Kaiserschnittentbindung, werden mit entsprechender Verlagerung des Fokus auf die gleiche Weise entstört.
Ist die Bv dauerhaft aufgelöst, können Sie zur Behandlung von verbliebenen Schmerzen und Verspannungen übergehen.

4.Nabel-Schmerzzonenintegration

Mit einem Finger wird wieder der Nabel so zart wie möglich einen Hauch in die spannungsfreieste und angenehmste Richtung geschoben. Die Position wird einige Minuten gehalten. Die andere Hand können Sie überall dorthin legen, wo Sie Schmerzen und Verspannungen haben.
Bei der ersten Position der Nabelintegration mit gleichzeitigem Flankengriff liegt die Handfläche hinten auf dem Rückenstrecker zwischen Rippen und Becken und der Daumen vorn am Hüfbeuger.
Für die Linderung von Nackenschmerzen legen Sie Ihre Hand in den Nacken etc.
  • Nabelintegration 1.Position Flankengriff
Nabelintegration mit Flankengriff (1.Position)
Nabelintegration mit Entlastung des oberen Nackens und Kiefergelenkes
(2.Position)

5. ISG Blockade und Kreuzbeinintegration:

Für die Lösung von ISG-Blockaden und Verspannungen der hinteren Beckenregion wird die Kreuzbeinintegrationstechnik vorgestellt:
Dazu werden in Bauchlage beide Beckenknochen vorn mit einem Kissen unterlagert. Dadurch wird das Darmbein leicht nach hinten geschoben. Anschließend wird das Kreuzbein sanft in die angenehmste Richtung verschoben. Dazu wird der Handballen handbreit über der Gesäßfalte auf das Kreuzbein gelegt und ein Verspannungspunkt über dem ISG oder der Gesäßmuskulatur mit einem Finger der anderen Hand gedrückt. Wird das Kreuzbein in die richtige Richtung geschoben, verschwindet in der Regel der Schmerz über dem Verspannungspunkt. Zunächst wird ein Kippen der unteren Kreuzbeinspitze nach hinten und unten in Richtung Steißbein mit einem Kippen der oberen Kreuzbeinbasis zum Bauch hin verglichen. Die angenehmere Position wird dann ca. 2 Minuten sanft gehalten. Anschließend kann der positive Effekt eines seitlichen Kippens des Kreuzbeins überprüft werden.

  • Kreuzbeinintegration
Kreuzbeinintegration

6. Symphyse, Hüftgelenk und Beinlängendifferenz:

Die Symphyse oder Schambeinfuge findet man durch Druck von oben, vorn auf Mitte des Beckenknochens. Der Finger bleibt auf diesem Punkt und die gestreckten Beine werden in unterschiedlicher Richtung angespannt. Die Richtung, bei der sich die Symphyse weniger druckschmerzhaft anfühlt, wird etwa eine Minute gehalten. Normalerweise sind jetzt beide Beine gleich lang.
Besteht weiterhin eine Beinlangendifferenz kann dies an einem leicht verrenkten Hüftgelenk auf der Seite des längeren Beines liegen. Die Behandlung erfolgt nach Dorn durch Strecken des in Hüfte und Knie rechtwinklig gebeugten Beines gegen Widerstand eines hüftnah um den Oberschenkel geführten, von beiden Seiten nach oben gehaltenen Bandes
(z.B. Bademantelgürtel oder Terraband).

7. Entspannung des Überganges der Brust- zur Lendenwirbelsäule:

Die Entspannung der Brust- und Lendenwirbelsäule kann in Bauchlage des Patienten durch Anheben der gegen- oder gleichseitigen Schulter- oder Beckenregion zum Tastfinger hin, der über dem blockierten Wirbelgelenbk liegt. Für die tiefe Rückenmuskulatur von großer Bedeutung ist eine druckschmerzhafte Blockade der 11. oder 12. Rippe. Diese werden einzeln entweder nach vorn oder hinten sanft zum Rumpf hin gedrückt und für 1-2 Minuten gehalten.

8. Entlastung Ihres Verspannungsmusters:
Zeigt sich bei Ihnen eine Verspannung des linken Hüftbeugers sowie der rechten Hüftanspreizer ist Ihr Körper nach rechts verdreht. Sie können diese Verspannung entlasten in dem Sie dieses Muster betonen, also Ihren Körper nach rechts verdrehen. Legen Sie dazu zunächst auf die rechte Seite und schieben Sie nacheinander den linken Fuß, den Unterschenkel unter dem Knie und das linke Becken sowie unter dem Rippenbogen die zwölfte Rippe und den nach links geneigten Kopf für etwa eine halbe bis eine Minute leicht nach vorne. Dann legen Sie sich auf die linke Seite und schieben Sie die genannten Körperteile nach hinten. Ist Ihr Muster umgekehrt, erfolgt die Entlastung entsprechend umgekehrt. Sind auf beiden Seiten die Anspreizer verspannt, müssen Sie wahrscheinlich beide Seiten nach hinten schieben. Die Behandlung sollte sich immer gut, leicht und entspannend anfühlen. Sie können sich dabei auch an einer Vertiefung Ihrer Atmung orientieren.

9. Nachbehandlung:

Auf ausreichendes Trinken vor und nach der Behandlung ist zu achten, sowie auf eine Entspannungsphase nach der Behandlung um frei gewordenen Emotionen und der Regulationsreaktion des Körpers Raum und Zeit zu geben.
Störende Fremdkörper sollten weitgehend weggelassen werden oder im Falle einer langjährigen Kieferschienen oder Zahnspangenbehandlung durch eine tägliche Anwendung der ersten und modifizierten zweiten Position der Nabelintegration entlastet werden.
Zumindest die Nabelintegration mit vorderem Hals- sowie Flankengriff sollte anfangs täglich, später nach jeder Stressexposition angewandt werden.
Die Narbenintegration wird ebenfalls nach stärkeren Stressphasen oder bei hartnäckigen Beschwerden wiederholt.


10. Von Ohrringen, Zahnschienen und Craniomandibulärer Dysfunktion :

In der orthopädischen Praxis zeigt sich bei fast allen Trägerinnen von Zahnspangen und Nabelpiercings und auch oft bei Ohrringen eine Beckenverwringung oder zumindest eine einseitige Blockade des ISG oder der Kreuzdarmfuge, also der Verbindung von Wirbelsäule und Becken.
In der Regel verschwindet die Beckenverwringung sofort nach Entfernen der Fremdkörper oder Entspannung des Kiefers, zunächst mit 2 Watteröllchen, dann durch Verschieben des Unterkiefers in die, den Druckschmerz über dem Kiefergelenk reduzierende Richtung. Da Zahnspangen normalerweise über einen langen Zeitraum getragen werden und in dieser Zeit ständig wieder eine Beckenverwringung verursachen können, sollte die o.g. Behandlung jeden Abend auf beiden Seiten durchgeführt werden. Sind Becken und Wirbelsäule entspannt und aufgerichtet sowie Nacken-und Kiefermuskulatur ebenfalls entspannt, kann die Zahnspange oder sonstige kieferorthopädische Schienenbehandlungen auch besser eingestellt werden und führt dadurch schneller zum gewünschten Erfolg.
Die Behandlung der Beckenverwringung ist aus Sicht der Integralen Orthopädie auch die Basis für die Behandlung aller weiteren Funktionsstörungen der Wirbelsäule und der darüber innervierten Bereiche des Körpers sowie zur Behandlung von Kopf- und Kiefergelenksbeschwerden im Sinne der Craniomandibulären Dysfunktion(CMD).

11. Psyche und Bindegewebe:

Traumata hinterlassen oft Spuren im Bindegewebe, insbesondere in Narben und Faszien. Die integrale Behandlung hilft die gestauten, zum Traumazeitpunkt verdrängten Emotionen zu lösen und zu integrieren. Sie kann dadurch auch eine psychotherapeutische Traumatherapie unterstützen. Zur Befreiung des Energiefluß und Entschlackung des bindegewebigen Grundsystems eine Ernährungsumstellung, eine orthomolekulare Behandlung, eine Akupunktur auf Basis der TCM oder eine Neuraltherapie hilfreich sein.


12. Sonstige Stressfolgen bei Überlastung des vegetativen Nervensystem:

Das vegetative Nervensystem steuert alle unbewussten Körperfunktion, wie Herz-Kreislauf- oder Darm- und Drüsentätigkeiten, aber auch die Gehirndurchblutung und Zellneubildung. Die Regulation zwischen Leistungsmodus oder Sympatikotonus, sowie Entspannungsmodus oder Parasympatiko- b.z.w. Vagotonus erfolgt über das vegetative Nervengeflecht im Oberbauch, das Sonnengeflecht und über die Nebennieren.
Die Übertragung von körperinternen Informationen geschieht sowohl über das Nervensystem und hormonell über den Blutkreislauf, als auch über die Zwischenzellsubstanz, das sogenannte Grundsystem nach Pischinger und das Fasziennetz.
Faszien überziehen als dünne Bindgewebshaut alle Organe und Muskeln. Dem Nabel kommt dabei als wichtigster vorderer Aufhängungspunkt des Fasziensystems mit Bezug zu den Stressorganen und dem Sonnengeflecht im Oberbauch sowie zur großen Rückenfaszie eine zentrale Rolle zu.
Übermäßiger Stress kann zu einer Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems führen.
Mögliche Folgen außerhalb des Bewegungsapparates sind ein geschwächtes Immunsystem, Arteriosklerose und erhöhtes Herzinfarktrisiko,Magen-Darmgeschwüre, chron.Müdigkeit, Libidoverlust und andere psychosomatische Erkrankungen sowie ein beschleunigter Alterungsprozess.

13. Die Beckenverwringung als Stressanzeiger

Immer wenn Ihr Körper vegetatives Nervensystem übermäßig gestresst ist, verspannt sich auch Ihre Hüftmuskulatur im Sinne einer vollständigen oder teilweisen Beckenverwringung. Dabei spielt es keine Rolle,ob es sich um psychichen oder körperlichen Stress handelt. So können z.B. das unbewusste Schonhinken nach einer Fußverrenkung, eine allergene Belastung durch Pollen, Hausstaub, Milben oder Nahrungsmittel, ein ungünstigewr Bettplatz, eine anhaltende, übermäßige Strahlenbelastung durch Elektrosmog aber auch ein bewusster oder unbewusster Ärger zu einer Beckenverwringung führen.

Wenn Sie regelmäßig Ihre Beckenmuskeln wie beschrieben testen, erkennen Sie was Ihnen Stress bereitet und wann Sie wieder Ihre Nabel- und ggf. Narbenintegration durchführen sollten.

Die regelmäßige Durchführung von Nabel- und Narbenintegration, va. nach Stress unterstützt die Entspannung und damit Regulationsfähigkeit des vegetative Nervensystem. Klinisch zeigt sich das an der Auflösung der Beckenverwringung und Entspannung von schmerzhaften Muskelverspannungen und therapeutisch an einer verbesserte Ansprechbarkeit auf Behandlungsangebote wie manuelle Therapie, Akupunktur etc.sowie einer Stabilisation des Entspannungs- und Gesundheitszustandes.
Denn nur im Entspannungszustand funktionieren die Selbstheilungs- und Regulationskräfte des Körpers sowie das Immunsystem harmonisch.
Das heißt der Körper erholt sich schneller und wird leistungs- und erlebnisfähiger.


Weitere Informationen unter Integrale Orthopädie und in den Büchern:
Neue Chance gegen Schmerzen und demnächst: Heilung aus der Körpermitte


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