Ortho-bionomie in der Faszienintegration

Die ortho-bionomischen Selbstbehandlungstechniken (OFI) werden in der Faszienintegrationstherapie im Anschluss an die Nabel- und Narbenintegration angewandt zum Lösen der verbliebenen Bewegungs-und Energieblockaden an Muskeln und Gelenken. Sie sind abgeleitet von den Strain-Counterstrain Techniken des Osteopathen Jones und deren Weiterentwicklung im Sinne der Ortho-Bionomy von dem Osteopathen Pauls und werden den Patienten zur häuslichen Weiterbehandlung ihrer individuellen Schwachstellen demonstriert.

Alle OFI Techniken können auch vom Patienten oder seinen Angehörigen selbst durchgeführt werden und werden hier mit der häufigsten freien Richtung beschrieben. Ist die angegebene Richtung nicht schmerzlindernd kann eine andere Richtung versucht werden. Die Position wird etwa eine Minute gehalten oder bis eine Entspannungsreaktion auftritt. Es sollten nicht mehr als eine Übung pro Sitzung demonstriert und diese auch später kontrolliert werden.

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Nacken

In Rückenlage mit einem Kopfkissen wird der Nacken soweit in Richtung eines druckschmerzhaften Gelenkes geneigt, bis sich der Druckschmerz auflöst. In dieser Position wird der Kopf mit der anderen Hand vom Scheitel aus sanft in Richtung Rumpf gedrückt.

2. Nacken-Schulter-Winkel (1. Rippe/Scalenusmuskeln):

Der in Schulter und Ellenbogen rechtwinklig gebeugte Arm wird gegen den am Ellenbogen Widerstand gebenden anderen Arm leicht fußwärts gedrückt.

3. Schultergelenk/Biceps:

Der anliegende Oberarm wird schulternah leicht nach innen gedreht und zum Körper gedrückt.

4. Ellenbogen/Speichenköpfchen:

Das Speichenköpfchen, knapp handwärts des daumenseitigen Ellenbogenhöckers, wird nach innen oder außen gedreht.

5. Ellenbogen/Handgelenksstrecker und –beuger:

Die Hand wird gestreckt bzw. gebeugt und zum Ellenbogen geschoben.

6 Handgelenk:

Die Handwurzel wird mit der anderen Hand umfasst, leicht handflächenwärts bewegt und zum Unterarm hin bewegt.

7. Handwurzelknochen:

Gegen den schmerzhaften Handwurzelknochen wird mit dem Zeigefinger der anderen Hand von unten ein leichter Druck ausgeübt, während Daumen und Mittelfinger das Handgelenk von außen fixieren.

8. Brustwirbel:

In Bauchlage wird die gegenseitige Schulter in Richtung des schmerzhaften Wirbels nach hinten angehoben oder mit einem Kissen unterlegt.

9. Brustbein-Rippen:

Das Brustbein wird in die angenehmste Richtung bewegt und die schmerzhafte Rippe mit der anderen Hand von der Seite sanft nach vorne oder hinten zum Rumpf gedrückt. Für LWS Beschwerden besonders wichtig ist die unterste Rippe, tief unter dem Rippenbogen.

10. Brust-Lendenwirbelübergang:

In Rückenlage werden die gebeugten Beine mit beiden Armen in der angenehmsten Richtung zum Rumpf gezogen.

11. Mittlere und untere Lendenwirbel und ISG:

In Bauchlage wird der gleich- oder gegenseitige Beckenkamm zum schmerzhaften Wirbel hin gezogen oder durch ein Kissen unterlegt.

1. Sacroiliacalgelenk:

Der Patient liegt auf der schmerzarmen Seite und drückt den oberen vorderen Darmbeinrand nach hinten.

13. Kreuzbein:

Das Kreuzbein wird - wie ein Floß auf dem Wasser - in die schmerzreduzierende, freie Richtung geschoben, erst nach oben oder unten, dann ev. auch leicht nach links oder rechts gekippt.
Gleichzeitig wird der Beckenrand mit der anderen Hand nach hinten geschoben.

14. Symphyse:

In Rückenlage werden die vorderen Beckenkämme gegensinnig in die schmerzreduziernde Richtung verschoben.

15. Hüftbeuger:

In Rückenlage das betroffene Bein mit der Wade auf das in Hüfte und Knie gebeugte und aufgestellte gegenseitige Knie legen und mit beiden Händen senkrecht in Richtung Hüfte schieben.

16. Hüftgelenk:

Das rechtwinklig gebeugte Bein gegen den Widerstand z. B. eines Bademantelgürtels ganz strecken.

17. Kniegelenk:

Der Oberschenkel wird mit einer Hand gehalten oder mit einem Kissen unterlegt und das Schienbein mit der anderen Hand nach hinten und oben verschoben oder auch gedreht.

18. Wadenbein:

Das Wadenbein wird an beiden Enden berührt und gehalten. Alternativ wird der Fuß gegenüber dem Unterschenkel nach hinten und oben und anschließend das Wadenbeinköpfchen, seitlich unter dem Knie, sanft nach hinten oder vorn verschoben.

19. Sprunggelenk:

Der Fuß wird unterhalb des Knöchels gehalten und gegenüber dem fixierten Unterschenkel leicht nach hinten und oben geschoben.

20. Fußgewölbe:

Der innere Fussrand wird am inneren Mittelfußknochen sanft angehoben oder bei zentraler Verspannung der Fuß nach innen oder außen gedreht.

21. Großzehe:

Der Grosszeh wird leicht in Richtung der übrigen Zehen und ggf. fußsohlenwärts bewegt und zum fixierten 1. Mittelfußknochen geschoben.

22. Zehen und Fingergelenke:

Die Zehen bzw. Finger werden oberhalb des schmerzhaften Gelenkes fixiert, leicht gestreckt bzw. gebeugt und gegenüber dem fixierten Gelenkpartner fußsohlen- bzw. handflächenwärts und zum Körper hin verschoben.

Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und alters- und körpergerechte Bewegung ist zu achten.

Literaturempfehlung:
  • Klaus Weber, Michaela Wiese: Lehrbuch der Orthobionomy, Sonntag Verlag Hans Diepold: Orthobionomy,Lernkarten, eigener Druck


Khalil Kermani, 23.07.2009







Partnerbehandlung bzw. Patientenbehandlung


Untersuchung der Beckenverwringung:


Der Partner bzw. Patient liegt in Rückenlage. Zur Untersuchung der Beinlängendifferenz stellt der Patient seine Füße auf und hebt das Becken an, anschließend streckt er seine Beine und der Behandler vergleicht die Beinlänge.

Zur Untersuchung der Hüftbeugerverkürzung schiebt der Behandler ein Knie zur Brust und überprüft, wie weit sich das gegenseitige, gestreckte Bein mit anhebt.

Zur Untersuchung der Rückenstreckerverkürzung und ISG-Blockade wird ein Bein in der Hüfte gebeugt und seitlich abgespreizt. Der gegenseitige Beckenkamm wird mit der anderen Hand fixiert, damit sich das Becken nicht mitbewegt. Eine verminderte Abspreizbarkeit der gebeugten Hüfte zeigt eine Verspannung der Rücken- und Hüftmuskulatur mit ISG-Blockade an.

Behandlung der Beckenverwringung:

Die Behandlung erfolgt wie bei den Integrationstechniken beschrieben, v.a. mit der Nabelintegration bzw. dem Nabelreflex. Bei Patienten, Kleinkindern oder stark geschwächten oder bewegungseingeschränkten Personen kann der Behandler mit einer Hand die Flanke des Patienten umfassen. Die Handfläche liegt dabei hinten zwischen Becken und Rippen, der Daumen weißt nach vorne zum Unterbauch hin.

Ein Finger der anderen Hand berührt ganz sanft den Nabel, überprüft die Verschieblichkeit in alle Richtungen, fragt den Patienten in welche Richtung es leichter geht und wo es angenehmer ist. Die subjektive und objektive Wahrnehmung der freien Richtung stimmt in der Regel überein.

Dann schiebt er ganz sanft den Nabel in die freie Richtung und hält für einige Minuten die Position. Anschließend erfolgt ein Seitenwechsel mit erneuter Kontrolle der freien Richtung.

Kann der Patient Nabel- und Flankenentspannung selbst durchführen, kann der Therapeut in der Zwischenzeit die Mandelregion und sonstige Narben entstören oder Behandlungen anderer Art durchführen.


Behandlung des Rückens:

Die Entspannung der Brust- und Lendenwirbelsäule kann in Bauchlage des Patienten durch Anheben der gegen- oder gleichseitigen Schulter- oder Beckenregion erfolgen. Für die Lendenwirbelsäule von großer Bedeutung ist auch eine druckschmerzhafte Blockade der 12 Rippe. Diese wird entweder nach vorn oder hinten zum Rumpf hin gedrückt und für 1-2 Minuten sanft gehalten.

Die ISG- Blockade kann außer durch Anheben des gleichseitigen Beckens auch in Seitlage durch nach hinten Ziehen des Beckenkamms gelöst werden.

Anschließend wird das Kreuzbein in Bauchlage sanft in die angenehmste Richtung verschoben. Dazu wird der Handballen handbreit über der Gesäßfalte auf das Kreuzbein gelegt und ein Verspannungspunkt in der Gesäßmuskulatur mit einem Finger der anderen Hand gedrückt. Wird das Kreuzbein in die richtige Richtung geschoben, verschwindet in der Regel der Verspannungspunkt. Die häufigste Richtung ist eine Kippung der oberen Kreuzbeinfläche nach vorn in Richtung Bauch. Diese Position wird dann ca. 2 Minuten sanft gehalten. Anschließend kann der positive Effekt eines seitlichen Kippens des Kreuzbeins überprüft werden.

Ein Steißbeinschmerz ( Coccygodynie) kann genauso über das Kreuzbein behandelt werden mit Kontrolle der richtigen Bewegungsrichtung über den Druckschmerz am Steißbein.



Für die Behandlung der Brustwirbelsäule wird die Gleich- oder Gegenseite in Bauchlage soweit angehoben bis der jeweilige Druckschmerz an der Wirbelsäule verschwindet und diese Position 1-2 Minuten gehalten.



Behandlung der Arme und Beine:

Die Gelenkbehandlung erfolgt analog zur Wirbelsäulenbehandlung nach orthobionomischen Prinzipien, das heißt immer in die freie und damit angenehme Richtung.

Der Partner oder Therapeut umfasst das zu behandelnde Gelenk mit beiden Händen und verschiebt es sanft bis er die angenehmste Position gefunden hat und hält diese für einige Minuten. Insbesondere an den Beinen ist dabei die Unterstützung durch ein Kissen oder eine Rolle sinnvoll. Der Patient halt während der Behandlung seinen Nabel und kann das mit dem Flanken- oder Nackengriff verbinden.



a) Behandlung der Schulter

Wahrend der Patient Nabel- und Schulter gleichzeitig in die freie Richtung hin sanft berührt, hält der Therapeut mit zwei Händen den Oberarmkopf und schiebt ihn sanft in die Schulter hinein sowie in die schmerzfreie Richtung.



b) Behandlung des Ellenbogens

Während der Patient Nabel und Ellenbogen gleichzeitig entspannt, schiebt der Therapeut mit einer Hand das gestreckte (Tennisellenbogen) oder gebeugte (Golferellenbogen) Handgelenk sanft in Richtung Ellenbogen und mit der Anderen das Speichenköpfchen am Ellenbogen in die angenehme Richtung.



c) Behandlung von Handgelenk und Fingern

Der Patient verbindet wieder Nabel und schmerzhaftes Gelenk.
Der Therapeut umfasst die entsprechenden Gelenke und schiebt sie sanft in die schmerzfreie Richtung



d) Behandlung der Hüfte

Der Patienten verbindet wieder Nabel und Hüfte. Der Therapeut schiebt das durch ein Kissen unter dem Knie gebeugte Hüftgelenk von außen zur Mitte hin.



e) Behandlung des Kniegelenks

Der Oberschenkel wird knienah durch eine großes, festes Kissen, eine zusammengerollte Decke oder durch das Therapeutenknie abgestützt. Ein Finger berührt die schmerzhafte Stelle am Knie, meist der innere oder äußere Gelenkspalt. Mit der anderen Hand wird das Schienbein in Richtung des Kissens verschoben. Verschwindet der Druckschmerz wird diese Position 1-2 Minuten gehalten. Verschwindet der Schmerz nicht werden weitere Richtungen,wie nach vorn ziehen oder drehen des Unterschenkels ausprobiert und bei Schmerzfreiheit gehalten.



f) Behandlung des Wadenbeins

Zuerst wird der Fuß in Richtung Ferse geschoben, während die Wade auf einem Kissen liegt, und diese Position etwa eine Minute gehalten.
Anschließend wird das Wadenbeinköpfchen seitlich unter dem Knie nach vorn oder hinten in die schmerzfreie Richtung geschoben.



g) Behandlung des Fußes

Das Sprunggelenk wird wie bei der Wadenbeinbehandlung durch nach hinten oder nach vorne Schieben der Ferse über eine unter der Wade liegenden Rolle entspannt. Die Behandlung des Fußes erfolgt wie bei der Selbstbehandlung.

Der Patient entspannt sich bei der Behandlung der Beingelenke gleichzeitig selbst am Nabel.



Narbenentstörung

Während der Patient den Nabel entspannt, berührt der Therapeut sanft mit seinen Fingern die Narben und verschiebt sie in verschiedene Richtungen, um die freie Richtung zu finden. Dies wird dann jeweils für 1-2 Minuten, bei Bedarf auch deutlich länger, sanft gehalten. Der Behandler sollte selbstverständlich den Körper des Patienten immer mit großem Respekt und mit viel Liebe berühren. Dies gilt besonders für Narben. Oft lösen sich zusammen mit dem Störherd, die in der Narbe gespeicherten Emotionen, wie Trauer, Wut oder Angst. Es ist sehr wichtig dem Patienten dabei ein Gefühl von Geborgenheit und Schutz zu vermitteln.
Vor und nach der Behandlung sollten Patient und Therapeut auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr achten.







Zentrum für Integrale Medizin und Therapie
Drs. Bita und Khalil Kermani
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